Wege und Merkmale einer effektiven Gewichtskontrolle

Der Körper ist ein Abbild der Seele, so ist es in fernöstlichen Religionen und Weltanschauungen seit Jahrtausenden verankert. Wem es körperlich und geistig gut geht, sieht man dies auch an. Gleichzeitig verändern sich die „Ideale“, die durch Werbung und Medien propagiert werden, mit den Jahren. Eine ganzheitliche Gewichtskontrolle ist die Basis dessen, um auf sich selbst zu achten und den Weg hin zu einer gesunden Ernährung zu ebnen. Viele Publikationen befassen sich im Themenkomplex „Abnehmen“ zu stark mit einzelnen Aspekten, die besonders „effektiv“ oder „schnell“ zum Erfolg führen.

In den folgenden Absätzen wählen wir einen anderen Ansatz, indem wir ganzheitlich die Grundlagen einer gesunden Ernährung dokumentieren – die Basis für ein Gewicht im „Gleichgewicht“.

Grundlage I: Das Idealgewicht

Um eine effektive Gewichtskontrolle überhaupt durchführen zu können, bedarf es der genauen Kenntnis darüber, woran sich Messwerte überhaupt orientieren sollten. Fest steht, dass das Gewicht allein nur bedingt eine Aussagekraft hat. Es werden dabei nämlich keine anderen Parameter des Körpers berücksichtigt, wie Größe, Körperfettanteil oder Bauchumfang. Auch eignet sich die Gewichtsangabe in keiner Weise zu einer wie auch immer gearteten, subjektiv empfundenen Bestätigung über Abnehmerfolge.

Aus medizinischer Sicht ist leichtes bis mittleres Übergewicht mit Vorteilen verbunden. Eine Übersichtsarbeit hat dazu mehrere Dutzend Studien hinsichtlich der Korrelationen zwischen Gewicht, Lebensdauer und Krankheiten untersucht. Ein BMI im Bereich um 27 im mittleren Lebensalter steht demnach mit der geringsten Sterblichkeit im Zusammenhang. Je älter man wird, desto höher ist im Normalfall auch der Körperfettanteil – der Wert verschiebt sich also zwangsläufig nach oben, je älter man wird. Ein „Idealgewicht“ existiert daher aus medizinischer Sicht nicht losgelöst von weiteren, individuellen Faktoren.

Hinweis: Wo sich Fett genau im Körper einlagert, hat weitaus höhere Aussagekraft. Fettgewebe im Bauch, das sogenannte Viszeralfett, steht mit vielen Risiken in Verbindung. Das kardiovaskuläre Risiko ist deutlich erhöht, damit also das Risiko einer Gefäßverkalkung und schwerwiegender Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Eine Verringerung des Bauchumfanges sollte daher oberstes Ziel beim gesunden Abnehmen sein.

Grundlage II: Diäten schaffen nur kurzfristige „Erfolge“

Unser Körper reagiert mehr oder minder sensibel auf jede Art von Eingriff in den Organismus. Eine Diät, die zwangsläufig mit einer konsequenten Mangelernährung einhergeht, schafft Risiken in vielen Bereichen. Übergewicht ist demnach immer als Ergebnis eines insgesamt zu einseitigen, wenig gesunden Lebenswandels zu sehen – ungeachtet der Tatsache, dass erblich bedingte Ursachen eine Rolle spielen könnten.

Wichtig wäre es deshalb, eine Diät zunächst nur als ersten Schritt zu sehen. Sie gibt Hinweise darauf, wie einfach es einem selbst fällt, Disziplin zu wahren und über einen bestimmten Zeitraum nach bestimmten Regeln zu leben. Die Erwartungshaltung, dass sich Abnehmerfolge bereits nach wenigen Monaten und Wochen einstellen, verursacht nur Frust. Schließlich hat sich das „Plus“ an Gewicht und Körperfülle ja auch nicht binnen weniger Monate ergeben, sondern ist Ergebnis eines im Regelfall über Jahre hinweg dominierenden Lebensstils. Eine Diät kann eine gesunde, ausgewogene und größtenteils auf natürlichen Lebensmitteln beruhende Ernährung nicht ersetzen. Denn diese versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, Mineralien und Spurenelementen. Gleichzeitig schafft sie es, den Fettstoffwechsel in geeignete Bahnen zu lenken, sodass konsequent die Pfunde purzeln.

Es macht keinen Sinn, das natürliche Hungergefühl zu unterdrücken oder auszutricksen. Der Körper schaltet dann in ein Sparprogramm, was aber nicht heißt, dass dies zu gesundem Abnehmen führt. Im Gegenteil, er zerrt an den Rücklagen und Depots im Körper, um alle wichtigen Körperfunktionen zu erfüllen.

Darauf kommt es bei der Gewichtskontrolle an

-          Der BMI steht zwar berechtigterweise in der Kritik, kann aber als oberflächliche Betrachtungsgröße problemlos hinzugezogen werden. Zur Berechnung wird das Gewicht (in Kilogramm) geteilt durch die Körpergröße (in Meter) zum Quadrat. Die Einteilung in Unter- oder Übergewicht wird dann gemäß der WHO-Klassifikation vorgenommen.

-          Gewicht muss stets mit anderen Parametern verbunden werden, um eine ganzheitliche Betrachtung zu ermöglichen. Messen Sie dazu regelmäßig den Bauchumfang, unter normalen Bedingungen und auf Höhe des Bauchnabels beziehungsweise in der Mitte zwischen Bauchnabel und unterem Rippenbogen.

-          Erhöhen Sie den Anteil an Ballaststoffen in Ihrer Ernährung. Ballaststoffe fördern die Verdauung und sind eine natürliche Form der „Entgiftung“ gefährlicher Nahrungsrückstände im Organismus. Jegliches Gemüse sollte als Sättigungsbeilage zu jeder Mahlzeit beigegeben werden.

-          Wer langsamer isst beziehungsweise kaut, reduziert dadurch die Nahrungsaufnahme aus dem Lebensmittel. Hierdurch stellt sich das Sättigungsgefühl effektiver ein, zudem hält es längerfristig an und vermeidet somit Heißhungerattacken.

-          Wer sich „modern“ ernährt, mit einem hohen Anteil an schnell verfügbaren Kohlenhydraten, Industriezucker, Geschmacksverstärkern und dergleichen, stört dadurch den Säure-Basen-Haushalt. Praktisch jede chronische Erkrankung steht mehr oder minder in Beziehung zu einer Übersäuerung des Organismus‘. „Sauer“ bedeutet hier, dass für die Zersetzung des Lebensmittels sehr viel Aufwand nötig ist, durch dieses aber im Umkehrschluss nur wenig Mineralstoffe und Spurenelemente erlöst werden können. Fehlen diese, ist der Körper kontinuierlich gezwungen, sich an den „Reserven“ zu bedienen – Mineralien in Knochen und dergleichen, um den pH-Wert des Blutes konstant im Bereich von etwa 7,2 zu halten.

Fazit

Regelmäßige Bewegung in Kombination mit einer bewussten Ernährung ist der Garant für langanhaltende Gesundheit und körperliches Wohlergehen. Selbst in den Fällen, wo Sport aus persönlichen oder medizinischen Gründen nicht möglich ist, kann der gesundheitsfördernde Effekt anderweitig erreicht werden. Ein 90-minütiger Spaziergang in konstantem Tempo entspricht dem positiven Effekt eines 30-minütigen Ausdauertrainings.

Versuchen Sie, sich bestimmte Ziele (Gewicht, Bauchumfang, Körperfettanteil, etc.) zu setzen und diese in mehreren Etappen zu verfolgen. Hierdurch bleibt die Motivation hoch, während sich kurzzeitige Plateauergebnisse nicht in Frustration entladen.

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